Österreichische Bundespräsidentenwahl die Zweite

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Es wurde also Van der Bellen, und nicht der rechte Burschenschafter Hofer. Na da sind wir aber alle froh. Oder doch nicht?

Die Rechte konnte immerhin fast 50% des Stimmviehs mobilisieren. Was das für die nächste Nationalratswahl bedeutet kann mensch sich denken. Ausserdem ist Van der Bellen kein Grüner, sondern ein Wirtschaftsliberaler, der TTIP gut findet und dem globalen Kapitalismus das Wort redet. (Wobei die sogenannte grüne Partei, deren Chef er einmal war, auch schon lange nicht mehr grün, und schon viel länger nicht mehr links-alternativ ist.) Van der Bellen ist somit nicht wirklich besser als Hofer. Man* muss sich für ihn bei der Repräsentation im Ausland vielleicht weniger genieren als für einen Rechten. Aber seine erste Rede nach der Wahl beweist, dass er genauso perfekt das verlogene Gewäsch der Mächtigen beherrscht wie alle anderen etablierten Politiker/innen auch. Als ich diese Ansprache gehört habe war ich richtig froh dass ich nicht wählen war.

Nur nebenbei bemerkt: Wenn TTIP kommt dann sind wir alle angeschissen. Und mutige Leute, welche den Kauf von Monsanto durch Bayer und somit die Entstehung eines zerstörerischen Gigakonzerns verhindern, bräuchten wir auch dringendst. Oder die sich zumindestens trauen, Glyphosat in der EU endlich zu verbieten. Bei 80% der Weltbevölkerung lässt sich bereits das krebserregende Glyphosat im Urin nachweisen. Es ist also bald Schluss mit lustig.

Ich war wie gesagt nicht abstimmen. Ich habe in der Schule gelernt, dass Demokratie bedeuten würde, unsere Stellvertreter/innen im Parlament zu wählen. Die Staatsbürger/innen könnten diejenigen bestimmen, die sie bei allen anstehenden Entscheidungen vertreten. Es gibt aber keine, durch die ich mich vertreten fühle. Es wird mir gnädig das Recht gewährt, mir aus den zur Wahl stehenden Scheisshaufen denjenigen auszusuchen der am wenigsten stinkt. Das verstehe ich nicht unter Demokratie, der „Herrschaft des Volkes“.

Wobei wir eine „Herrschaft des Volkes“ sowieso nicht haben. Wir haben eine Herrschaft derjenigen, die den toxischen Kapitalismus aufrecht erhalten. Wenn Wahlen etwas Wesentliches ändern würden, dann wären sie verboten. Durch eine „demokratische“ Wahl ändern sich nur die machthabenden Schmarotzer, deren Futtertröge bleiben aber gleich.  Es ist also hoch an der Zeit, dass aus dem sogenannten Volk eine mächtige ausserparlamentarische und wirklich progressive Opposition hervorgeht. Ausserdem gehört darüber diskutiert, ob es überhaupt nötig ist sich beherrschen zu lassen, und wie mensch sowas wie Herrschaft abschaffen könnte. Also: Frauen bildet Banden!

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